WISSENSWERTES
Über Ernährung & Gesundheit
Was, wenn vieles, was Sie über Ernährung wissen, nur die halbe Wahrheit ist?
Wissenwertes
Ernährung & Gesundheit

WISSENSWERTES
Denn Wissen hilft, den eigenen Körper besser zu verstehen
Warum nehme ich nicht ab, obwohl ich immer weniger esse
Gewichtsreduktion · Stoffwechsel | August 2026
Diese Frage höre ich in meiner Praxis sehr häufig.
Viele Menschen glauben: Wenn ich abnehmen möchte, muss ich einfach weniger essen. Funktioniert es nicht mehr, wird die nächste Mahlzeit kleiner oder ganz weggelassen. Kohlenhydrate werden gestrichen, Fett wird reduziert, Kalorien werden immer genauer gezählt oder Mahlzeiten durch einen Shake ersetzt. Andere versuchen es mit Intervallfasten, verzichten auf das Abendessen oder erhöhen ihr Sportpensum – in der Hoffnung, damit endlich wieder Gewicht zu verlieren.
Und wenn auch das nicht funktioniert, wird häufig noch weniger gegessen und noch mehr trainiert.
Aber so einfach funktioniert unser Körper nicht. Oft erreicht man damit sogar genau das Gegenteil.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie wüssten genau, was Ihr eigener Körper täglich braucht: Wie hoch ist Ihr persönlicher Energiebedarf? Wie viel Eiweiss, Kohlenhydrate und Fett benötigen Sie – und in welcher Verteilung? Wie sollten Ihre Mahlzeiten aufgebaut und über den Tag verteilt sein?
Plötzlich geht es nicht mehr darum, möglichst wenig zu essen. Sie können Ihren Körper gezielt mit dem versorgen, was er tatsächlich braucht.
Und genau dieses Wissen fehlt vielen Menschen.
Man versucht, sich «gesund» zu ernähren, reduziert Kalorien, lässt Kohlenhydrate oder Fett weg, isst vielleicht hauptsächlich Salat und etwas Eiweiss – und wundert sich irgendwann, weshalb das Gewicht stagniert, die Energie fehlt oder man sich trotz aller Bemühungen nicht wirklich besser fühlt.
Weniger essen bedeutet nicht automatisch besser abnehmen.
Unser Körper braucht jeden Tag eine gewisse Grundversorgung. Eiweiss, Kohlenhydrate und Fett haben unterschiedliche Aufgaben. Dazu kommen Vitamine, Mineralstoffe und ausreichend Flüssigkeit. Fehlt diese Versorgung über längere Zeit, kann das Folgen haben: Die Vitalität nimmt ab, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können auftreten, die Leistungsfähigkeit sinkt und auch Muskelmasse kann verloren gehen. Weniger Muskelmasse bedeutet wiederum einen niedrigeren Energieverbrauch.
Aber nicht nur die Menge und die Verteilung unserer Nahrung sind entscheidend – auch die Qualität spielt eine wichtige Rolle.
Kalorien sind schnell gegessen. Entscheidend ist jedoch, womit wir unseren Körper versorgen. Fast Food, stark zucker- oder fetthaltige Lebensmittel und viele stark verarbeitete Produkte gehören für mich eher in den Genussbereich und nicht in die tägliche Grundversorgung.
Auch Lebensmittel, die als «gesund» gelten, sind nicht automatisch optimal. Ein Smoothie beispielsweise kann je nach Zusammensetzung sehr viel Zucker enthalten, und auch bei verarbeiteten Produkten lohnt sich ein Blick auf die Zutaten und Zusatzstoffe.
Es geht also nicht nur darum, wie viel Sie essen, sondern auch darum, was Sie essen und wie Ihre Ernährung zusammengesetzt ist.
Und häufig kommt noch etwas dazu: Heisshunger.
Wer über längere Zeit zu wenig isst, kennt vielleicht genau diesen Moment. Der Körper verlangt nach Energie und plötzlich wird deutlich mehr gegessen als geplant. Danach kommt das schlechte Gewissen und am nächsten Tag wird wieder weniger gegessen.
So entsteht ein Kreislauf:
zu wenig essen → Unterversorgung → Müdigkeit und Leistungsabfall → Hunger oder Heisshunger → zu viel essen → schlechtes Gewissen → wieder weniger essen.
Dabei wird ein weiterer entscheidender Punkt häufig vergessen:
Jeder Mensch funktioniert anders.
Natürlich haben wir alle einen Magen, einen Darm, ein Nervensystem und einen Stoffwechsel. Trotzdem reagieren unsere Körper nicht gleich. Verdauung, Körperzusammensetzung, Muskelmasse, Stoffwechsel, Medikamente, Erkrankungen, Entzündungsprozesse, Stress, Schlaf, Bewegung und viele weitere Faktoren können beeinflussen, was ein Mensch tatsächlich braucht und wie sein Körper auf eine Ernährungsumstellung reagiert.
Deshalb kann eine Ernährung, die bei einer Person funktioniert, bei der nächsten völlig ungeeignet sein.
Je mehr Sie über Ihren eigenen Körper wissen, desto gezielter kann Ihre Ernährung auf Sie abgestimmt werden.
Genau deshalb ist für mich entscheidend, zuerst zu verstehen, wo die Probleme liegen, wie Ihr Stoffwechsel funktioniert und was Ihr Körper tatsächlich benötigt. Erst aus diesen Informationen entsteht ein Gesamtbild, auf dessen Grundlage ich Ihre Ernährung gezielt auf Ihre persönliche Situation abstimmen kann.
Auch beim Sport sehe ich häufig einen ähnlichen Fehler. Es wird mehr trainiert und gleichzeitig noch weniger gegessen, weil möglichst viele Kalorien eingespart werden sollen. Dabei wird vergessen: Sport bedeutet für den Körper zusätzliche Leistung und benötigt zusätzliche Energie.
Wird diese zusätzliche Belastung bei der Ernährung nicht berücksichtigt, können schlechte Regeneration, Leistungsabfall und verstärkter Hunger die Folge sein. Gleichzeitig ist es gerade während einer Gewichtsreduktion wichtig, die vorhandene Muskelmasse möglichst gut zu erhalten.
Für mich gilt deshalb ein ganz einfacher Grundsatz:
Die Grundversorgung gehört dem Körper. Die Sportversorgung gehört dem Sport.
Das sind zwei verschiedene Dinge – und beides muss berücksichtigt werden.
Mein Ziel ist nicht, dass Sie möglichst wenig essen. Mein Ziel ist, dass Ihr Körper täglich die Energie und die Nährstoffe erhält, die er tatsächlich braucht.
Und genau hier liegt für mich der entscheidende Unterschied:
Ich zeige Ihnen nicht nur, was Sie verändern sollten, sondern vor allem warum. Sie sollen verstehen, wie Ernährung in Ihrem Körper funktioniert und weshalb bestimmte Anpassungen notwendig sind. Dieses Wissen gibt Ihnen die Sicherheit, Ihre Ernährung im Alltag richtig umzusetzen und langfristig selbst zu steuern.
Denn Gesundheit und eine langfristig erfolgreiche Gewichtsreduktion entstehen für mich nicht durch Hungern, ständig neue Diäten oder möglichst viel Verzicht.
Sie entstehen dann, wenn Sie Ihren eigenen Körper verstehen und wissen, wie Sie ihn richtig versorgen.